Living the City. Processes of Invention and Intervention in Africa

Städte in Afrika, Asien und Lateinamerika befinden sich in stetem Wandel und weisen die weltweit höchsten Wachstumsraten auf. Um diesem globalen Trend gerecht zu werden, braucht die Stadtforschung eine breitere und vergleichende Perspektive auf die Entwicklung von urbanen Räumen, die über das Modell europäischer und nordamerikanischer Städte hinausgeht. Ein solcher neuer Ansatz soll vermehrt die Rolle individueller und sozialer Kreativität in Urbanisierungsprozessen in den Fokus rücken, anstatt sich auf Experten-zentrierte Planung und Interventionen zu beschränken. Vor allem in rasch wachsenden Städten mit wenig administrativen Kapazitäten werden gesellschaftliche Kreativität und Initiative nicht nur greifbarer, sondern auch relevant. Soziale Innovations- und Transformationsprozesse sind und werden in den Städten der Zukunft weltweit weiter an Bedeutung gewinnen.

Ein besseres Verständnis dieser Prozesse ist dringend erforderlich, vor allem angesichts der alten und neuen Bedrohungen und ihrer Konsequenzen für Europa. Städte sind die wichtigsten Migrationsziele, und afrikanische Städte spielen eine bedeutende Rolle als Ausgangspunkt für die Migration nach Europa. Diese Trends können durch den globalen Klimawandel und damit verbundene natürliche und von Menschen verursachte Katastrophen verstärkt werden, die sich auf Afrika, gerade auch auf die afrikanischen Stüdte mit ihrer hohen Bevölkerungsdichte, die Infrastruktur und die Konzentration an finanziellen, wirtschaftlichen und technologischen Ressourcen, besonders stark auswirken. Städte in Afrika müssen sicherer gemacht werden, weil dort nicht nur Millionen von Menschen leben, sondern auch, weil sie als Zugang für in das jeweilige Land investiertes Kapital dienen und daher eine stabile und sichere Umgebung bieten müssen.

Strasse in Mwanza

Street in Mwanza (Sandra Staudacher)

Unsere Forschung konzentriert sich hauptsächlich auf zwei allgemeine Fragen:

  • Was ist das Potenzial der schnell wachsenden Städte in Afrika?
  • Was können wir von afrikanischen Städten lernen?

Im Rahmen dieser allgemeinen Fragestellung befassen wir uns mit drei spezifischen vergleichenden Forschungsfragen:

  • Wie können wir das Innovationspotenzial afrikanischer Städte aus einer inter- und transdisziplinären Perspektive am besten verstehen, konzeptualisieren und theorisieren?
  • Was können diese Einsichten zu einer verbesserten Analyse des städtischen Lebens im Allgemeinen beitragen?
  • Wie können diese Erkenntnisse in städteplanerische Strategien und Interventionen einfliessen, um das Innovationspotential der Stadtbewohnerinnnen und -bewohner zu nutzen statt es einzuschränken?
Publikation
Brigit Obrist, Veit Arlt, Elísio Macamo (Eds.), 2013
Living the City in Africa. Processes of Invention and Intervention

The fifteen chapters in this volume focus on politics, transnational urbanism, urban moves and creativity in cities on the continent and thus ask questions as to what the characteristics of living the city in contemporary Africa are, and how they can be explained.